Telekom-Infotext

Aus Vodafone-Kabel-Helpdesk

Nachdem in den Anfangszeiten des Kabelfernsehens in Deutschland hauptsächlich auf Papier gedruckte Programmübersichtskarten verteilt bzw. verschickt wurden und in dem ein oder anderen Kabelnetz auch ein Infokanal mit der regionalen Belegung ausgestrahlt wurde, gab es ab Mitte der 1990er Jahre eine weitere Möglichkeit, die Belegung in der eigenen Region zu erfahren: Den "Telekom-Infotext Kabelanschluß". Dieser Teletextservice nutzte die bis dahin noch ungenutzte Austastlücke von Kabel 1 und informierte die Kunden ab Seite 600 neben den Belegungen z.B. über neue Programme, Kontaktmöglichkeiten und hielt Informationen zu technischen Standards und Services wie DVB, VPS oder DSR bereit.

Dieses Angebot war Vorbild für den Start des Vodafone-Kabel-Helpdesks (bzw. damals KDG-Helpdesk), da diese Informationsqualität ab den 2000er Jahren nie wieder betreiberseitig erreicht wurde. Heutzutage kann man auf den Seiten von Vodafone ja nicht mal mehr herausfinden, auf welchen Kanälen bestimmte Programme senden. Höchstens findet man dort noch Informationen über Programmnummern (sog. Logical Channel Number / LCN).

Der Infotext war nicht in allen Telekom-Kabelnetzen empfangbar und wurde i.d.R. in der versorgenden Kabelkopfstation dem TV-Signal hinzugefügt. So konnte man neben der Belegung im eigenen Ort oft auch die aus anderen Orten sehen, die sich insbesondere bei den Radiofrequenzen und manchem regionalen TV-Programm unterschied.

Mittels heutiger technischer Möglichkeiten und alten VHS-Aufnahmen aus dem Jahre 1996 gelang es uns bzw. ritti aus Sömmerda, die alten Seiten wieder zu rekonstruieren. Was leider fehlt sind die Seiten zum digitalen Programmangebot, die mit dem Start des DVB-C-Angebots nach und nach geschaltet wurden. Auch begann Kabel 1 irgendwann selbst, einen eigenen Teletext zu übertragen. 2000/2001 war Schluss mit dem Infotext und Kabel 1 konnte dann auch die Seiten ab 600 selbst nutzen. Die Kunden wurden stattdessen auf die mittlerweile längst nicht mehr existierende Internetseite kabelanschluss.com verwiesen. Zum Teil hing das Ende aber sicher auch damit zusammen, dass die Telekom das Kabelnetz verkaufen musste, da man im Festnetz sonst auf Dauer weiterhin eine marktbeherrschende Stellung gehabt hätte - obwohl das Kabelnetz seinerzeit fast noch nirgends ausgebaut für Internet und Telefon war. 1999 entstand so Kabel Deutschland als Telekom-Tochtergesellschaft in Vorbereitung für den Verkauf. Das Kabelnetz wurde in 9 Regionen aufgeteilt und die Netzregionen NRW, Hessen und Baden-Württemberg wurden recht bald an private Investoren verkauft. Die restlichen Regionen blieben bei Kabel Deutschland und wurden erst 2003 verkauft. Dieser Jahre dauernde Prozess hatte auch zur Folge, dass das ehemalige Telekom-Kabelnetz einige Zeit auf Verschleiß gefahren wurde und die Investitionen in das Netz erst ab ca. 2005 spürbar an Fahrt aufnahmen.

Seitenbereich 6

Seitenbereich 7 und 8

Die Seiten ab S. 700 waren größtenteils regional unterschiedlich. Seite 700 und 800 waren die Übersichten für die Belegungen. Auf Seite 701 bzw. 801 wurden in manchen Netzen die Orte genannt, die versorgt werden, falls das über der Belegung nicht gereicht hat. Wir nehmen hier nun beispielhaft die Belegungen für Erfurt. Alle weiteren sind unter Kabelbelegungen damals und heute im Helpdesk zu finden.